Umgang mit den eigenen Schwächen - Selbstoptimierung - Teil 3

Sie haben ein Problem mit sich selbst, weil Sie prokastinieren? (Von Prokrastination im soziologischen Sinne spricht man dann, wenn eine anstehende Tätigkeit – meist eine unangenehme aber notwendige Aufgabe – auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird.)

 

Sollte es nicht ein Ausdruck einer behandlungsbedürftigen Krankheit sein, kann das unter anderem mehrere Gründe haben:

 

Das zu Erledigende ist Ihnen nicht wirklich wichtig. Sie haben es sich vorgenommen, weil „man“ es halt so macht, oder es von Ihnen von Ihrem Umfeld erwartet wird.

 

Es ist eine der Aufgaben des Inneren Schweinehundes, sie davor zu schützen, Ihre Zeit mit sinnlosem Tun zu vergeuden und sich unnötig zu erschöpfen.

 

Gönnen Sie sich eine Minute der Ruhe und hinterfragen Sie sich selbst, warum diese Tätigkeit wichtig ist, oder erledigt werden sollte. Oder, anders gefragt, warum wollen Sie das nicht tun?

 

  • Könnte es sein, dass Sie nur nicht gerne Abspülen, weil das Spülwasser eklig ist? Dann ist die Lösung einfach – Gummihandschuhe, die der Größe Ihrer Hände entsprechen.
  • Vielleicht mögen Sie es nicht Staub zu saugen? Schon mal überlegt, ob es Ihnen nicht geht, wie einem Haustier, dem das Geräusch schlichtweg unangenehm ist?
  • Formulare sind Ihnen ein Greul? Bitten Sie um Hilfe von jemand, dem dies leicht fällt. Oft hilft es auch, sich das Formular erst einmal in Ruhe anzusehen und durchzublättern. Vielleicht, wie häufig, müssen Sie bei den 6 Seiten, die da vor Ihnen liegen nur den Namen eintragen, drei Kreuze machen und unterschreiben?
  • Ihre Ablage stapelt sich zu unübersichtlichen Bergen?Bereiten Sie sich Ablagefächer oder mehrere beschriftete Schachteln vor. Jedes neue Dokument kommt in die entsprechende Schachtel, Unnötiges wird am besten gleich entsorgt. So können Sie bei Bedarf nötige Unterlagen schneller finden, und nach und nach, wenn Sie gerade mal etwas Zeit haben, den Inhalt der Schachteln leichter in Ordner einsortieren.
  • Es stapeln sich ständig Wäscheberge in Ihrer Wohnung?
    Hier gilt es herauszufinden wo die Blockade liegt, denn das Waschen selbst, sofern Sie über eine funktionierende Waschmaschine verfügen ist oft nicht das eigentliche Problem.
    Überlegen Sie mal:
    Haben Sie genug Möglichkeiten die Wäsche zu trocknen? (Raum, Wäscheständer?)
    Hassen Sie es einfach zu bügeln?
    Sie könnten versuchen, die Wäsche möglichst „faltenfrei“ aufzuhängen. Meist nützt es, das Kleidungsstück kurz auszuschütteln und möglichst glatt auf den Wäscheständer zu hängen. Selbstverständlich lohnt es in diesem Fall beim nächsten Einkauf auf bügelleichte Fasern zu achten.
    Sollten Sie einen Trockner besitzen – entnehmen Sie die Kleidungsstücke sofort nach dem Trockengang und falten sie. In vielen Fällen erspart auch das lästige Falten.
    Sollte es mal eilig sein, kann man die Kleidungsstücke auch auf einen Bügel ins Bad hängen. Der entstehende Dampf beim Duschen oder Baden zieht Falten oft ganz von selbst aus der Kleidung.
    Vielleicht haben Sie einfach keinen, oder nicht genügend Körbe für die Wäsche?
    Oft bleibt die Wäsche aber auch liegen, weil der Schrank zu voll ist, oder Kleiderbügel fehlen? „Warum sollte ich bügeln, wenn es im Schrank ohnehin knittert?“ oder, wo soll ich es nur hin stopfen? Hier hilft nur ausmisten.
  • Schwierig wird es, wenn Sie ihren Briefkasten nicht ausräumen. Hier kann Prokastinieren ernstzunehmende Nachteile mit sich bringen.
    Mangelt es nur am "daran denken", so kann man sich mit einem Zettel an der Türe daran erinnern, oder sich eine Routine angewöhnen, ihn z. B. immer dann zu öffnen, wenn Sie heim kommen.
    Öffnen Sie ihn nicht gerne, weil Sie sich von Werbematerial erschlagen fühlen, dann können Sie den Briefkasten mit einem "keine Reklame-Schild".kennzeichnen. Auch ein Papierkorb in umittelbarer Nähe des Briefkastens verhindert, dass viel unnötiges Papier in der Wohnung landet.
  • Sollten Sie aber Angst davor haben, sich mit unangenehmen Inhalten auseinander setzen zu müssen, dann sollten Sie den Briefkasten mit einer positiven Affirmation verbinden. Kleben Sie das Bild einer geliebten Person rein, das Sie anlächelt, wenn Sie ihn öffnen, oder vielleicht auch ein Notgroschen - ein kleiner Schein, so dass Sie immer wissen, da wartet auch was Gutes auf mich.

Vor allem aber bedenken Sie immer:

 

Selbstoptimierung soll nur einem Menschen dienen - Ihnen selbst! Selbstoptimierung sollte im Idealfall Ihre Lebensqualität heben, das Erreichen Ihrer Ziele erleichtern und eventuell Zeit sparen helfen. In jedem dieser Punkte ist es sinnvoll, nach Lösungen und Ideen zur Verbesserung zu suchen.

 

Wenn Sie der Status Quo  aber nicht selbst stört,  für Sie nur lästig ist, weil sie befürchten einen unangenehmen Eindruck zu hinterlassen oder  der Erwartungshaltung anderer Personen  mit der Begründung "weil das halt nicht so macht" nicht entsprechen, dann bedarf es eigentlich keiner Änderung in diesem Bereich sondern ist eine Frage der Selbstakzeptanz.

Und dies ist ein ganz anderes Thema....