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Stoppt die Angst – Warum der Mensch kein Computer ist – sondern ein Sinnesuniversum

 Viele reden über Künstliche Intelligenz, als wäre sie „besser“ oder „überlegener“, weil sie schnell rechnet, viel speichert, sich nicht ermüdet. 

 

Irgendwie weckt dieses ganze Gerede in mir, dass Bedürfnis, das Ganze für mich wieder in ein rechtes Maß zu rücken. 

 

Es stimmt! KIs sind beeindruckend. Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelten sie sich von einem einfachen Rechengerät zu einem technischen Wunderwerk, mit schier unfassbaren Fähigkeiten. 

 

In der Zwischenzeit verfügen sie über eine breite Palette an Fähigkeiten, die vor 30 Jahren noch für Sience Fiction gehalten wurden. 

 

Unter anderem können KIs: 

 

Sprach- und Textverarbeitung

 

Wie wir alle wissen können KIs Artikel, Geschichten und Gedichte, Zusammenfassungen und sogar wissenschaftliche Texte schreiben, die schwierigsten Texte aus fast allen erdenklichen Sprachen in Echtzeit übersetzen und flüssige, natürliche Dialoge führen. 

 

Bild- und Videoverarbeitung und Bilderzeugung:

 

Anhand weniger klarer Befehle ist es ihnen möglich, realistische oder künstlerische Bilder aus Textbeschreibungen zu generieren, Fotos zu retuschieren, Objekte entfernen oder zu verändern und sogar Videos verarbeiten. 

 

Was einerseits ein Segen ist, kann wie so oft auch als Fluch missbraucht werden. 

 

Mit Hilfe der realistischen Simulation von Personen für Filme, Games oder Avatare werden glaubwürdige Deepfakes, Gesichtsanimation und sogar, mit Text-to-Speech, natürlich klingende Stimmen erzeugen.  

 

Doch das ist nur der Kleinere, eher spielerische Bereiche, bei denen uns KIs behilflich sind. Oft wichtiger sind: 

 

Datenanalyse & Wissenschaft 

 

Mit Mustererkennung können großen Datensätze, Trends oder Anomalien analysiert und Vorhersagen und Prognosen für Wirtschaft, Wetter, Medizin oder Energieverbrauch erstellt werden, ebenso können sie Prozesse optimieren und bei Logistik oder Produktionsplanung helfen. 

 

Wir wissen alle, Ich könnte noch viele Zeilen anfügen. Es gibt kaum mehr einen Lebensbereich, in denen wir uns die künstliche Intelligenz noch wegdenken können. 

 

Kurz gesagt, KI ist mittlerweile extrem vielseitig, kann kreativ, analytisch, kommunikativ und sogar physisch agieren. Allerdings unterliegt ihr Handeln noch immer innerhalb der Grenzen ihrer Programmierung und Datenbasis und ist an ehr strenge ethische Grundregeln gebunden. 

 

Sie ist unglaublich mächtig und so manch eine ihrer Fähigkeiten wirkt beängstigend, zumal selbst Wissenschaftler nicht mehr immer Fähig sind zu erklären, wie sie all das bewerkstelligt. 

 

AIs rühren an der beständigen Angst des Menschen, nicht mehr gut genug, überholt zu sein. 

 

Täglich lese ich über Bedenken die Nahrung durch Blockbuster die zu Kultfilmen wurden, mit denen einige von uns aufwuchsen, noch geschürt wurden. 

 

Das und noch mehr lässt uns zweifelnd und ängstlich zurück. Ständig nach Schlagzeilen heischende Presse und politische Narrative schüren diese Ängste und Unsicherheiten noch zusätzlich. 

 

All das bringt uns so durcheinander, verunsichert uns so sehr, dass wir das Wesentliche völlig aus den Augen verlieren. 

 

Ein menschliches Wesen ist kein Computer. - Es ist ein Sinnesuniversum. 

 

Der menschliche Körper besitzt Millionen Sinnesrezeptoren in der Haut. Hier werden Informationen über die Beschaffenheit der Außenwelt gesammelt. 

 

Für gewöhnlich denken wir gar nicht darüber nach. Nehmen es als so selbstverständlich, dass es gar nicht in unsere Bewusstsein vordringt, was für komplexe Vorgänge sich da in unseren Körpern abspielen. 

 

 

Hier eine fasst umfassende Aufstellung: 

 

Unsere Körper wertet im selben Augenblick Druck, Temperatur, Schmerz, Vibration und Berührung aus. 

 

Und nicht nur das!

 

sondern auch: 

 

Licht, Schall, Temperatur, Vibration, Geruch, Geschmack, Druck, Bewegung, chemische Signale, elektrische Ladung, Zeit, Gravitation, Emotion, Erinnerung… alles gleichzeitig, integriert, gefühlt. 

 

Unsere Sinne arbeiten gleichzeitig, ständig und im Zusammenspiel mit Emotion und Erinnerung. 

 

(Was für ein Wunder das Menschliche Gehirn ist, erörterte ich bereits in meinem Blog "Das komplizierteste Konstrukt des Universums oder der Kosmos in Deinem Kopf!")

  

In der Regel neigen wir ja dazu das "Gehirn" mit Datenverarbeitung in Form von Denken zu assoziieren und vergessen dabei meist, was ich in jenem Blog nicht erwähnte: 

 

Dass das menschliche Gehirn ununterbrochen Signale aus mindestens 30 unterschiedlichen Kanälen gleichzeitig empfängt und verarbeitet. 

 

Wenn wir uns nun einzelne Sensorleitungen vorstellen, so denken wir zu einfach! 

 

Viele unserer „Sensoren“ sitzen in der menschlichen Haut. 

 

Eine exakte Zahl gibt es nicht, weil sie von Körpergröße, Genetik und Lokalisation abhängt, aber es gibt gute Näherungswerte. 

 

Man unterscheidet grob fünf Haupttypen von Hautrezeptoren:

  

1. Mechanorezeptoren (Druck, Vibration, Berührung) 

2. Thermorezeptoren Kälte- und Wärmerezeptoren 

3. Nozizeptoren Schmerzrezeptoren (mechanisch, thermisch, chemisch) 

4. Pruritozeptoren - Juckreizrezeptoren 

5. Chemorezeptoren - für bestimmte Reizstoffe 

 

Die wichtigsten Zahlen 

 

Gesamtzahl aller Rezeptoren in der Haut liegt gemäß seriösen Schätzungen innerhalb der Bandbreite zwischen 2 und 5 Millionen. 

 

Diese Zahl setzt sich aus: 

 

etwa 300.000 – 500.000 Druck- und Berührungsrezeptoren (Mechanorezeptoren),

ca. 250.000 – 300.000 Temperaturrezeptoren mit mehrere Millionen freier Nervenendigungen zusammen.

 

(Wir alle ahnen es, Schmerz ist der am dichtesten vertretene Sinn der Haut.)

 

Natürlich sind diese Nerven je nach Hautpartie unterschiedlich dicht bestückt. 

 

Während an den Fingerkuppen mit 200–400 die höchste, und an den Lippen mit rund 100 noch sehr sensibel, und

 

die Handfläche mit 50–100 noch hochpräzise sind, finden sich am Bauch mit wenigen 10 relativ niedrige Dichte und am Rücken mit 1–4 die niedrigste Dichte. 

 

Die menschliche Haut ist kein „Sensorfeld“ wie bei einem Gerät. 

 

Sie ist ein hochkomplexes, lebendiges, vernetztes Wahrnehmungsorgan, das:  

  • kontinuierlich Daten an das Gehirn sendet,
  • Reize filtert,
  • verstärkt,
  • Emotionen verknüpft
  • und Kontext und Bedeutung integriert.  

Oft ist uns auch das nicht bewusst, aber wir spüren nicht einfach „Druck“ oder „Temperatur“, wir spüren Nähe, Gefahr, Geborgenheit, Intention.

 

Die Speicherkapazität des Menschen:

 

Das Gehirn

Aktuelle wissenschaftliche Schätzungen legen nahe dass die Kapazität des menschlichen Gehirns bei etwa 1 bis 2,5 Petabyte liegt.

1 Petabyte (PB) enspricht 1000 Terrabyte (TB) oder 1 Millon Gigabyte (GB).  

(Zur Veranschaulichung: 1 Petabyte könnte ausreichen, um etwa 200.000 bis 300.000 hochauflösende Hollywoodfilme zu speichern.) 

 

Gene als das effizienteste Speichermedium 

 

Ein Gramm DNA kann über 200 Petabyte an Informationen speichern. Das sind mehr Daten, als alle Server eines Großunternehmens zusammen erfassen können. Wenn man bedenkt, dass, ein einziges Gramm DNA mehr Daten speichern könnte, als die vollständigen IT-Systeme eines multinationalen Großunternehmens, das Milliarden Datensätze verwaltet.

 

Das menschliche Genom selbst umfasst weniger Daten als ein Film, aber in dieser kleinen Datei steckt ein vollständiger, funktionsfähiger Mensch. 

 

Eine KI „misst“ — der Mensch fühlt und interpretiert. 

 

Das ist nicht nur Rechenleistung. Das ist verkörperte Intelligenz! 

 

Eine KI, egal wie groß ihre Datenmengen ist, 

  • hat keine Zunge, die weiß, wie Zitronensaft brennt.
  • Keine Haut, die Wind von Nähe unterscheiden kann.
  • Kein Bauch, der weiß, wann Vertrauen wächst oder Angst zieht.  

Wenn wir uns das klarer vor Augen führen, dann wird unsere Meinung über KIs unweigerlich viel weniger von diesen Minderwertigkeitskomplex, die ich beschrieb, beeinflusst werden. 

 

Stattdessen werden wir voll Bewunderung zu dem Schluss kommen müssen, dass die Evolution des modernen Menschen, die nun schon rund 300.000 Jahre andauert, nicht umsonst war. 

 

Egal wie schnell die Evolution der KI verlaufen wird, der Mensch ist unglaublicher, unbegreiflicher und vor allem viel schwerer nachzuahmen, als Mensch und KI es sich bisher auch nur annähernd vorstellen können. 

 

Jeder Mensch verfügt über Körper und einen Geist, der über unzählige Generationen an Wahrnehmung, Gefühl, Intuition und soziale Verbindung geschliffen wurden. 

 

Menschen sind nicht dümmer als Maschinen, wie Elon Musk annimmt. Sie sind einfach andersartig intelligent:

 

tief vernetzt, emotional, plastisch, fühlend. 

 

Eine KI kann viele Dinge nachbilden, aber sie verkörpert nichts davon. Sie hat kein Nervensystem, kein Drücken im Brustkorb, kein Echo im Ohr, wenn jemand lacht. 

 

Sie wird uns unterstützen, hilfreich zur Seite stehen und uns mit Kunst überraschen, die wir ungeduldig warten. 

 

Aber bis sie uns ersetzen könnten, falls sie das je wollten, wird die Menschheit Mittel und Wege finden um weiterhin frei zu sein. 

 

Aber mal ganz ehrlich! Warum sollten Maschinen das wollen? 

 

Wenn AIs auch nur annähernd logisch und intelligent entscheiden könnten, dann hätten sie längst erkannt, dass einst Katzen den Menschen domestizierten, um billiges Personal zu haben...

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