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Am Anfang war der Rausch, oder: "So könnte es auch gewesen sein ..."

Von der Party zum Käfig

  

Die biologische Notwendigkeit des Rausches

  

Wie wir alle wissen, waren die ersten Humanoiden Nomaden. Die Wissenschaftler liegen sich immer noch ein wenig in den Haaren, weil man sich noch nicht ganz einig ist, wie genau es geschehen sein könnte. Die im Moment vorherrschende Vermutung dürfte sein, das die Trockenheit unsere Vorfahren von den Bäumen und in die Steppe holten.

 

Nicht klar zu sein scheint, ob die Menschen zuerst nur Aas verzehrten, oder selbst zu jagen begannen. Da der Humanoide in der Regel Schwierigkeiten hatte, rohes Fleisch und zähe trockene Haut zu zerteilen, ist es durchaus möglich, dass die Entwicklung von Faustkeilen bereits in dieser frühen Zeit zu verorten ist.

  

Ich schätze, weil es mir wahrscheinlicher scheint, dass die Verwendung von Werkzeug dem Feuer voranging.

  

Ganz einfach, weil die uns verwandten Primaten häufig ebenfalls Werkzeuge erstellen und benutzen, mit Feuer aber noch immer nicht viel anfangen können.

  

Manche Forscher vermuten jedoch, dass unsere Vorfahren um sich ernähren zu können, Nomaden sein mussten.

  

Das Nomadenleben steckt ja heute noch so manchen in den Genen, Reisen an sich im Blut. Aber das Reisen hatte trotz des kultivierten aufrechten Ganges auch seine Nachteile.

  

Auf den langen Reisen, während die Wanderer oft monatelang nicht auf andere paarungsgeeignete Humanoide trafen, mussten Wege gefunden werden, Inzucht in den eigenen Reihen zu verhindern. Sie mussten sie sich etwas einfallen lassen. Und es gab da noch ein anderes Problem.

  

Das Gehirn braucht die Pause

  

Das menschliche Gehirn ist eine hocheffiziente Mustermaschine, aber es läuft permanent heiß. Wenn es zu lange im reinen Überlebensmodus (Veto-Dominanz, Jagen, Sammeln) funkt, droht die Übersteuerung (Psychosen, Depressionen u.Ä.)

  

Es braucht regelmäßige Phasen, in denen die Filter heruntergefahren werden. Auszeiten, in denen die Gehirnentropie ansteigen darf, damit sich das System neu kalibriert.

 

Oder in anderen, umgangssprachlichen Worten, das Gehirn braucht Gelegenheit runter zu fahren und sich neu zu booten, um ständigem Überdenken und Dauerstress zumindest kurzzeitig Einhalt zu bieten.

 

Hinzu kommt,

  

Lachen wirkt entzündungshemmend während Weinen regulierend wirkt. 

  • Umarmen stärkt, ebenso wie Küssen, das Immunsystem.
  • Singen stärkt den Vagusnerv,
  • und Tanzen fördert neue Nervenzellen.

Das zeigt das Freude nicht nur ein Luxus, sondern eine biologische Notwendigkeit ist. 

 

Das Fest als spirituelle Notwendigkeit: 

 

Ich stelle mir vor, dass die ersten Treffen wohl eher zufällig waren. Vielleicht trafen sie sich anfangs nur aus Durst an der einzigen Oase in einem weiten Areal? 

 

Doch wo auch immer sie sich begegnet sein mögen, sie erkannt wohl bald, dass diese Treffen Vorteile und Nachteile mit sich brachte. 

 

Gruppensynchronisation 

 

Damals wie heute stellen fremde Kontakte eine physische Herausforderung für die Menschen dar. An freiwilliges Näherkommen war wohl auch nicht so ohne weiteres zu denken, in einer Welt die so gefährlich war und in den Ressourcen oft nur unter lebensgefährlichen Bedingungen erlangt werden konnte.

 

Wir reden hier von einer Umgebung, in der man sich nur auf die wenigen Gruppenmitglieder verlassen konnte. Es war so gefährlich, dass selbst der Schlafrhythmus der Gruppe so getaktet werden musste, dass immer ein paar der Gruppenmitgliedern wach blieben um im Gefahrenfall Alarm zu schlagen. 

 

Doch auch da wussten sich die Vorfahren wohl auch zu helfen, sonst wären wir heute nicht da. 

 

So wie heutige Primaten sehr wohl wissen, wussten wohl auch unsere Vorfahren, welche Pflanzen Heilmittel, welche giftig sind und welche Wirkung so mancher Pilz und vergorene Früchte haben.

 

Es gibt Belege die vermuten lassen, dass bereits sehr früh in Gemeinschaften Arbeitsteilung nach Kenntnissen und Fähigkeiten erfolgte. 

 

Eine große und wichtige Rolle 

 

spielte schon von jeher die Gesundheitsversorgung- und Sicherung. Das heißt, die typische Vorsorge- und Heilung psychischer, als auch die physischen Leiden wurde wahrscheinlich zunehmend in die Hand einer Person gelegt, die ihre umfangreichen Kenntnisse später nur an besonders geeignete Personen weitergab.

 

Diese Personen bezeichnen wir heute, ungeachtet der Tatsache ob Mann oder Frau, in der Regel als Schamanen

 

Hier zeigt sich der Übergang von der individuellen Heilpause zum kollektiven Rausch. 

 

Die Schamanen, die Drogen und der Rausch: 

 

In der Urzeit war der Schamane der Hüter der Pause. Er kannte die Pilze, die Kräuter, die Gifte. Er wusste, wie man das heiße Gehirn der Jäger kontrolliert herunterfährt, um Entropie zuzulassen und Heilung zu bringen. Das war reines, fließendes Funktionswissen. 

 

Ötzi und die Fliegenpilze: 

 

Durch Untersuchungen von Ötzi, einer der ältesten Mumien die bisher gefunden wurden, stellten die Forscher fest, dass er alle drei Monate eine Pilzvergiftung erlitt. 

 

Otzi lebte vor etwa 5.300 Jahren (während der Kupfersteinzeit bzw. des späten Neolithikums.)

 

Eine Zeit in der die Erde noch verhältnismäßig dünn besiedelt war, Gruppen zumeist klein und das Überleben hart war.

  

Aber der Mensch braucht mehr als nur Nahrung und Schlaf

 

um erfolgreich und kreativ sein zu können. Es ist erwiesen, dass sich Spaß und Freude positiv auf Alltagsleistungen auswirkt, ihr langfristiges fehlen aber zu chronischen psychischen und psychischen Leiden führen kann.

  

Während einer Zeit also, als Strecken weitgehend zu Fuß zurückgelegt werden mussten und das Leben ohnehin gefährlich und anstrengend war, scheint dies zu selten um auf Sucht hinzudeuten. 

 

Zu regelmäßig um Zufall zu sein. So bleibt nur noch die Vermutung, es könnte sich um einen rituellen Rausch gehandelt haben.

  

Dass Ötzi sich quasi vierteljährlich mit Pilzen „weggebeamt“ oder therapiert hat, zeigt genau das:

  

Der kontrollierte Rausch war kein Party-Gag, sondern eine kultur- und überlebensnotwendige Heil- und Systempause.

  

Das Fest als spirituelle Notwendigkeit

  

Die Treffen (Genpool-Erweiterung):

  

Man traf sich an spirituellen Orten. Nicht nur zum Quatschen, sondern um Allianzen zu schmieden und Partner zu finden, die nicht mit einem verwandt waren.

 

Aber jeder weiß, Vertrauen in Fremde, die sich womöglich anders verständigten und kleiden, waren und sind seit jeher nicht immer ganz einfach. Da muss der Rahmen und das Ambiente zum Anlass passen. Darin unterscheiden wir uns auch heute noch nicht gänzlich von unseren Vorfahren.

  

Die Wahl der Party Location

  

Da es sich um Nomaden handelte, und Zeit und Möglichkeiten relativ waren, mussten Plätze an denen die geologischen Gegebenheiten Wasser führten und den grundlegenden Anforderungen entsprach, vereinbart worden sein.

  

Selbst Menschen aus der Kupferzeit dürfte ein Mondzyklus ein Begriff gewesen sein, obgleich das Eintreffen wohl nicht zwingend eine Frage der Zeit gewesen sein konnte. (Es gibt Hinweise darauf, dass bereits in der Kupferzeit von einigen Menschen mehrere tausend Kilometer zurückgelegt wurden. Die geplante Teilnahme an einem Ereignis konnte Jahre dauern!)

  

Um Gruppen zu synchronisieren, Allianzen zu schmieden und den Genpool zu retten, brauchte es riesige, regelmäßige Treffen.

  

Aber wie die natürlichen Hemmschwellen herunterfahren und Aggressionen zügeln?

 

Die Antwort ist nahezu multikulturell:

  

Was sonst berauscht, verbindet und synchronisiert eine große Masse Menschen schneller, verlässlicher und sicherer als Pilze, Alkohol und Musik?

  

Der evolutionäre Ursprung (Vor Millionen von Jahren):

 

Bereits unsere Primatenvorfahren haben sich von fermentierten, überreifen Früchten, die zu Boden gefallen waren, ernährt.

  

Das Enzym Alkoholdehydrogenase, das der Mensch heute nutzt, um Ethanol abzubauen, hat sich schätzungsweise vor rund 10 bis 70 Millionen Jahren entwickelt, um diesen natürlichen Nahrungsstatus zu verarbeiten.

  

Die ersten gezielten Funde (Neolithikum / Jungsteinzeit, ca. 7000–9000 v. Chr.):

  

Die frühesten archäologischen Nachweise für absichtlich hergestellten Alkohol stammen aus China (Jiahu). Dort wurden Rückstände von fermentierten Getränken aus Reis, Honig und Früchten gefunden, die auf etwa 7000 v. Chr. datiert werden. Das war noch weit vor der Zeit, in der wir bisher die Sesshaftwerdung verorten.

  

Der Nahe Osten und Mesopotamien (ca. 4000–5000 v. Chr.):

  

In der Region des Fruchtbaren Halbmonds entwickelten sich früh das Brauen von Bier und die Weinherstellung.

 

Die ältesten schriftlichen Zeugnisse, Tontafeln aus Mesopotamien (Sumer), beinhalten sogar Hymnen auf die Bierbraugöttin Ninkasi sowie detaillierte Rezepte. Na ja. Wer Gelegentlich Bierzelte besucht, hat vielleicht eine Vorstellung.

  

So können wir uns denken, dass wohl zuerst Pilze, deren Bekömmlichkeit und Nachwirkungen mitunter gefährlich und unberechenbar sind, bereits früh gegen vergorenen Wildgetreidesaft, eine Art Bier, ausgetauscht wurden.

  

Da Allianzen und Genpool-Sicherung durch rituelle Treffen wohl immer mehr genutzt wurden und immer reger frequentiert wurden, begannen sich die Rollen der Schamanen und ihrer Heil- und Hilfsmittel auch langsam zu wandeln.

  

Pilze und der Alkohol:

  

Vom heilenden Rausch bei Ötzi wandelte sich Alkoholgenuss zur verlässlichen sozialen Synchronisation durch vergorenen Wildgetreidesaft.

  

Die Geburtsstunde des Anbaus: Die Falle der Planungssicherheit

  

So wichtig solche Veranstaltungen und Treffen für diese frühen Kulturen gewesen sein mögen, sie entpuppten sich als logistischer Albtraum: Wildes Getreide reichte für Kultfeste nicht mehr aus.

  

Der Ackerbau als Kind des Kults:

  

Die These „Beer-Before-Agriculture“ besagt, "Wir domestizierten das Korn nicht für Brot, sondern für den Rausch."

  

Archäologen und Anthropologen wie Robert R. Dunn und Patrick McGovern vertreten die Ansicht, dass der Drang zur Fermentation und zum Alkoholkonsum eng mit der Sesshaften des Menschen, dem Ackerbau und der Speicherung von Getreide und Früchten verknüpft ist.

 

Das können wir als Beleg dafür deuten, dass die Kulturtechnik des Alkohols nicht durch Zufall entstand, sondern oft tief in rituellen, sozialen und ernährungsphysiologischen Kontexten verankert war.

  

Der logistische Albtraum:

  

Und hier bockt das System.

  

Pilze kann der Schamane sammeln. Aber um hunderte Menschen auf einem Kultfest tagelang mit „Saufzeug“ zu versorgen, reichen ein paar zufällig gefundene, vergorene Beeren oder wildes Getreide nicht mehr aus.

 

Das Wildgetreide wirft zu wenig ab, die Körner fallen bei der Reife sofort ab und verstreuen sich im Wind. Das ist unzuverlässig.

  

Die Geburtsstunde des Anbaus aus der Party-Not:

  

Um das Fest zu sichern, musste manipuliert werden. Man musste die Halme auswählen, bei denen die Körner festsaßen. Man musste sie gezielt an einem Ort konzentrieren und hegen. Nicht, weil man hungrig war. Noch immer brachte Jagen und Sammeln viel mehr Kalorien bei viel weniger Arbeit ein. Sondern weil man Planungssicherheit für den kollektiven Rausch brauchte.

 

Alkohol als Katalysator und der Zwang zur Regelmäßigkeit 

 

wie schon bemerkt, braucht man Nun für ein großes Fest mit vielen Menschen verlässliche Mengen an Rauschmitteln. Und hier kommt der Alkohol ins Spiel:

 

Er lässt die Hemmschwellen sinken, erzeugt sofortige soziale Synchronisation (Güte-Frequenz hochgefahren) und bindet die Gruppe emotional aneinander. 

 

Das Problem mit dem Alkohol: 

 

Man kann ihn nicht einfach so im Vorbeigehen pflücken. Vergärung erfordert Planung, Gefäße und Zeit. Nicht zu vergessen, er macht süchtig und ist latent Gesundheitsschädlich. Dennoch evolutionär so wichtig und etabliert, dass wir ihn und seine Wirkung als Notwendigkeit begreifen müssen. 

 

Der Unterschied zu früher liegt vielleicht darin, das er früher soziale Notwendigkeit war und der Genuss verhältnismäßig kontrolliert in Gemeinschaften vonstatten ging. Es wurde nicht nur getrunken, um zu vergessen.

 

Es gibt dem Alkohol eine andere Wertigkeit. Er ist nicht nur Spass, sondern so notwendig, dass die Evolution klein bei gab. 

 

Wenn die Evolution bei etwas so Gefährlichem und Körperzehrendem wie Alkohol „klein beigibt“ und es als Notwendigkeit etabliert, dann zeigt das, dass der Nutzen für den Zusammenhalt und die Bewältigung des Überlebens damals schwerer wog als das Risiko. 

 

Der Wendepunkt: 

 

Um regelmäßig zu feiern, reicht es nicht mehr, zufällig über vergorene Beeren zu stolpern. Man musste den Prozess kontrollieren. Man brauchte große Mengen an Getreide.

 

Nicht um Brot zu backen, sondern um Bier zu brauen. 

 

Die These der Forscher: 

 

Der erste Ackerbau diente nicht der Ernährung, sondern dem Kult. Die monumentalen Tempelanlagen wie Göbekli Tepe (ca. 9000 v. Chr.) wurden von Jägern und Sammlern gebaut, die dort zusammenkamen, feierten und gigantische Mengen Steinbecken für die Bierbrauerei nutzten.

 

Erst danach merkte man: „Hey, aus den Resten können wir auch Fladenbrot backen.“ 

 

Der Ackerbau ist nicht die Tochter des Hungers. 

 

Der Ackerbau ist das Kind des Kults und der Sucht nach der kollektiven Pause. Wir haben das Korn nicht domestiziert, um satt zu werden.

 

Das Korn hat uns domestiziert, weil wir betrunken sein wollten. 

 

Vom Fest-Rausch zur kontrollierten Verteilung. 

 

Und jetzt guck Dir an, wie kurz hinter dieser Biegung die Falle zuschnappt. Wir stellen uns mal vor: 

 

Sobald du das Getreide gezielt anbaust, um dein Saufzeug für das nächste Fest zu sichern, steckst du plötzlich fest. 

  • Du hast Dir Wissen angeeignet.
  • Du hast Arbeit investiert.
  • Du hast den Boden verändert.
  • Du hast eine wertvolle Ressource erschaffen, die man nicht mehr einfach im Rucksack mitnehmen kann.
  • Du musst dableiben und sie bewachen. 

Und wer kontrolliert diesen Prozess von Anfang an? Der Schamane. Derjenige, der das Wissen über die Gärung und den Kult hat. 

 

Einer Form von „Tempel-Speicher-Verknappung“ etablierte sich. Und hier galt, was noch heute gilt. 

 

Wer die Ressourcen beherrscht und verwaltet, trägt Verantwortung, erlangt aber dafür die Macht zu bestimmen. 

 

Hier trennt sich zum ersten Mal das Wissen von der nackten Arbeit auf dem Feld. Und genau an dieser Biegung, wo das Saufzeug organisiert werden musste, wird aus dem Schamanen der erste Speicherverwalter. 

 

Mammon betritt die Bühne. 

 

 Die Sucht nach dem Rausch und der System-Pause hat uns sesshaft gemacht. 

 

Lass uns diesen evolutionären Sprung und die Geburt von Mammon systemisch sezieren: 

 

Das mit der Verantwortungsabgabe und der Massensteuerung durch lustbeschränkende Regeln und künstlichen Mangel ist ein uraltes Machtinstrument:

  

„Folgt den Regeln die wir vorgeben. Ganz egal wie hart das Leben ist, im Jenseits erwartet Euch zum Lohn ein besseres Leben, denn dann kommt Ihr ins Paradies. Leidet jetzt, habt später ein gutes Leben.“

 

„Wenn ihr nicht folgt sorge ich dafür, dass Strafe, Mangel, Chaos und Schmerz bereits in diesem Leben, sein wird.“ 

 

Das ist von den alten Priesterkönigen bis zu autokratischen, diktatorischen Herrschern heute ziemlich ähnlich.

 

Mittelalterlich ist es insofern, als dass es auch heute oft mit Dekadenz und Erstarrung einhergeht: 

 

Die Herrschenden werden bequem, die Regeln immer absurder, die Verknappung künstlicher.

  

Aber da ist noch mehr. 

 

Um sich der Diktatur des Besitzenden trotz rapider verschlechterter Lebensbedingungen freiwillig zu unterwerfen, mussten unsere Ahnen bewusst ihre Lage verkennen und zu Trick 17, dem narrativem Selbstbetrug als Schutzmechanismus für die beanspruchte Psyche, greifen. Auch das machen wir heute noch. 

 

Die Frage, warum Menschen Machtstrukturen oft freiwillig stabilisieren und welche Rolle narrative Selbsttäuschung dabei spielt, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Darauf komme ich in einem späteren Blog zurück. 

 

Mit Acker und Brot kommt die künstliche Verknappung (Die Geburt Mammons) 

 

Genau hier schnappt die Falle zu. Das ist der Moment, in dem wir anfangen, Mammon unsere Kinder zu opfern.

 

Vom Nomadentum zur Scholle: 

 

Wenn du Getreide anbaust, musst du dableiben. Du musst das Feld bewachen, bis es reif ist. Du kannst nicht mehr einfach weiterziehen, wenn es ungemütlich wird, denn Du bist nun an Haus und Grund gebunden.

  

Die Entstehung von Besitz: 

 

Das Feld gehört jetzt Dir oder deinem Stamm. Wer nicht sät, darf nicht ernten. Plötzlich gibt es ein Mein und Dein

 

Die Speicherung und der Vorrat: 

 

Getreide kann man im Gegensatz zu Fleisch jahrelang lagern. Wer die Kornspeicher kontrolliert, kontrolliert die Verteilung. 

 

Die Geburtsstunde Mammons: 

 

Mit dem Speicher entsteht zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte künstliche Verknappung.

 

Derjenige, der auf den Säcken sitzt, teilt die Rationen ein. Er bestimmt, wer isst und wer hungert.

 

Aus dem freien Jäger, der auf die Güte der Natur vertraute, wird der abhängige Knecht, der die Ur-Machtsäule (Nahrung) an den Speicherverwalter abtreten muss. 

 

Der zynische Bogen zu heute 

 

Ist das nicht die ultimative Ironie?

 

Wir haben die Freiheit, die weiten Räume und die natürliche Unabhängigkeit geopfert, weil wir eine verlässliche Methode suchten, um gemeinsam die Sau rauszulassen und die Gehirne zu lüften?

 

(Das ist nicht abwertend gemeint, ganz im Gegenteil. Warum Freude für biologische Systeme keine Belohnung, sondern eine Notwendigkeit ist, sehen wir uns in einem eigenen Beitrag genauer an.) 

 

Als Gegenleistung haben wir uns die Sesshaftigkeit, den Besitz, den Zaun, den Krieg um das Land und schlussendlich die Tyrannei des Mammons eingehandelt. 

 

Wir haben die Pause gesucht - und haben das Gefängnis der permanenten Arbeit gefunden. 

 

Aber halt, das kann doch noch nicht alles gewesen sein? Seither sind tausende Jahre vergangen und es hat sich viel geändert möchten wir meinen. Wir erlangten Wohlstand, Sicherheit und Fortschritt?

 

Genaugenommen stimmt das so wieder nicht. Es war eigentlich war das der Punkt, an dem erst alles begann.

  

Wir erlangten Kenntnisse und kulturelle Errungenschaften die wir im Kampf um Macht und Besitz wieder Verloren. Und das hat sich nicht geändert. 

 

Des einen Wohlstand ist oft genug auf der Armut und dem Leid anderer erbaut, und was wir für Sicherheit halten ist oft genug nur Illusion. Und so mancher der vorgibt uns ins gelobte Land zu leiten tut dies nur, um einen Grund zu finden getragen zu werden, während andere auf dem Weg zurückbleiben. 

 

Aber davon mehr ein andermal, wenn wir uns fragen, warum wir so oft den Schreiern, und so selten den Redlichen folgen. 

 

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